Nutzungsklassen und Qualitätsmerkmale von Teppichboden

Wählen Sie einen Teppich allein nach optischen Kriterien aus? In diesem Fall ist Ihnen ein modischer Bodenbelag zweifelsfrei gewiss. Jedoch lohnt es sich, vor dem Erwerb die verschiedenen Nutzungsklassen von Teppichböden genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn nur anhand Sichtung der Qualitätsmerkmale erkennen Sie, welcher Bodenbelag sich zur optimalen Nutzung Ihres jeweiligen Raumes eignet.

Nicht nur die Optik ist entscheidend

Bei der Wahl eines neuen Teppichs orientiert sich die Mehrheit der Käufer an Eigenschaften wie Optik, Struktur, Farbigkeit oder gefälliger Musterung. Diese Vorgehensweise eignet sich tatsächlich, um einen ersten Überblick der dargebotenen Teppichböden zu erlangen und die große Auswahl hinsichtlich persönlicher Vorstellungen einzugrenzen. Allerdings sollte ein neuer Teppichboden nicht einzig nach optischen Aspekten ausgesucht werden. Denn was nützt die ansehnlichste Auslegeware, wenn diese schon nach kurzer Zeit Abnutzungserscheinungen aufweist? Ein solches Malheur passiert, wenn im Vorfeld die Sichtung der Nutzungsklasse außer Acht gelassen wurde. Auch das verarbeitete Material gibt als zuverlässiges Qualitätsmerkmal Rückschluss auf die Güte der Teppichböden.

Qualitätsmerkmal 1: Material und Polnoppen Anzahl

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Teppichböden bestehen in der Regel aus ineinander verwebten oder geknüpften Fasern. Je nach Modell und Herstellungsart werden synthetische-, natürliche oder pflanzliche Fäden zu einem Teppichboden verarbeitet. Beim Tufting-Verfahren entsteht durch das dichte Vernähen des Garns zu kleinen Schlingen die sogenannte Schlingenware. Je nach weiterführender Produktion werden die Schlingen aufgeschnitten oder stark gezwirbelt, bis zum Erhalt eines extra weichen Veloursteppichs oder trittfesten Kräuselvelours. Als Qualitätsmerkmal gilt allesamt die Anzahl der Polnoppen. Je mehr Polnoppen pro Quadratmeter, desto dichter die Struktur und hochwertiger der Teppich. Demgemäß liegt ein Bouclé etwa bei 7.000 bis 40.000 Polnoppen, gefolgt von Scroll, Cut-Loop oder einfachem Velours mit einer Polnoppenanzahl von 50.000 bis 100.000. Ein gehobener Velours zählt demnach mit der Angabe von 97.000 bis 255.000 schon zur oberen Qualitätskategorie. In dieser Reihe bedient feinster Velours mit einer Polnoppendichte von 250.000 bis 620.000 erstklassige Standards.

Qualitätsmerkmal 2: Nutzungsklasse und Zusatzeignung

Neben Dichte und Struktur ist auch die Nutzungsklasse ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Teppichböden. Ein Teppich sollte stets den Lauf- und Beanspruchungseigenschaften Ihres Bodens entsprechen. Da in Büroräumen andere Gegebenheiten vorherrschen als im heimischen Schlafzimmer, unterscheidet der Fachhandel zwischen gewerblicher und privater Nutzung. In Privaträumen empfiehlt sich eine Nutzungsklasse von 21 bis 23, aufsteigend von Schlaf- und Kinderzimmer über den Arbeits- und Essbereich bis hin zu Küche und Wohnzimmer. Generell gilt: je intensiver die Beanspruchung des Bereichs, desto höher die Nutzungsklasse. Für vornehmlich gewerblich genutzte Räumlichkeiten erweist ein Teppichboden der Nutzungsklassen 31 bis 33 ideale Dienste. In der Kategorie der Zusatzeignung sind die Auszeichnungen Stuhlrolleneignung, Treppeneignung, antistatisches Verhalten, Fußbodenheizungseignung und Schnittkantenfestigkeit achtenswert, damit der Teppich seinem Verwendungszweck bestmöglich gerecht wird.

Vorteil Teppichboden

Ist die Entscheidung schließlich auf den perfekten Teppich gefallen, profitieren Sie langfristig von den weiteren Vorzügen eines wärmenden Bodenbelags. Neben der Lärmdämmung federt die weiche Teppichoberfläche Ihre Schritte ab und schont so ganz nebenbei die Gelenke. Ein aus Naturfasern hergestellter Teppichboden, der schädlichen Feinstaub aus der Luft einfängt und sich günstig auf das Raumklima auswirkt, schont zudem Ihre Gesundheit.

Bildernachweis: © bluedesign, ivallis111 – Fotolia.com

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