Laminat: Kleine Macken und Kratzer selbst reparieren

Böden aus Laminat sind beliebt, denn sie sehen fast aus wie Echtholz, sind aber sehr viel kostengünstiger und pflegeleichter. Steine unter Schuhsohlen, heruntergefallene Gläser und unachtsam verschobene Möbel hinterlassen trotzdem Macken. Ist die versiegelnde Schicht beschädigt, dringt Feuchtigkeit in das darunterlegende Holz ein, und größere Schäden entstehen. Schnelle und kompetente Reparatur kann dem vorbeugen.

Laminat besteht zwar zum größten Teil aus Holz, ist aber mit seiner versiegelten Oberfläche robuster. Trotzdem entstehen hin und wieder feine Macken in der Oberfläche. Kratzer, Dellen oder Löcher bilden sich, die obere Schicht ist leicht beschädigt. Während Parkett abgeschliffen werden kann, ist das bei Laminat nicht möglich. Es gibt im Fachhandel aber spezielle Reparatur-Sets für Laminat. Diese Sets sind in vielen unterschiedlichen Farben im Handel erhältlich, sie bestehen in erster Linie aus einem eingefärbten Wachs. Kleinere Macken wie Schlieren oder schwarze Streifen lassen sich ohne Reparatur entfernen, sie werden einfach mit speziellen und Reinigungsmitteln weggewischt. Ein spezieller Schmutzradierer leistet gerade bei den von schwarzen Absätzen stammenden Streifen gute Dienste. Nur selten sind die Schäden im Laminat so groß, dass ganze Bretter ausgetauscht werden müssen.

Schutzmaßnahmen: So bleibt der Boden frei von Schäden

Harte Gegenstände und schwere Möbel und die Krallen von Haustieren können Laminat beschädigen. Es hilft nur bedingt, den Raum grundsätzlich nur in weichen Hausschuhen zu betreten und die Möbel mit Filzgleitern auszustatten. Weiche Kunststoffrollen für Büromöbel und die Bodenschutzmatte unter dem Schreibtischstuhl schonen den Bodenbelag zwar etwas, können aber nicht alle Schäden verhindern. Ist die Versiegelung erst einmal durch Kratzer und Dellen beschädigt, kann Luftfeuchtigkeit in das darunter liegende Holz eindringen. Das Holz beginnt, mit der schwankenden Luftfeuchtigkeit und den jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen zu arbeiten. Hohe Luftfeuchtigkeit lässt es aufquellen, trockene Heizungswärme im Winter führt zur Bildung von Rissen. Weniger dramatisch sind oberflächliche Kratzer, die die Schutzschicht nicht durchdringen. Sie können mit einem haushaltsüblichen Öl, beispielsweise Babyöl oder Olivenöl, behandelt werden. Dafür sollte der Boden feucht gewischt werden, um Staub und gröberen Schmutz zu beseitigen. Sowie der Boden getrocknet ist, kann das Öl aufgetragen werden. Das Öl wird mit einem weichen Tuch an der betroffenen Stelle eingerieben, überschüssiges Öl muss sofort mit einem Tuch entfernt werden. Die Laminatdielen werden durch überschüssiges Öl extrem rutschig.

Im Winter schadet trockene Luft dem Boden

Wie alle Holzböden leidet Laminat im Winter bei falscher Behandlung. Die trockene Hitze über den Rohren der Fußbodenheizung und in der Nähe von Heizradiatoren lässt das Holz austrocknen, und es können sich Winterrisse bilden. Diese Risse gehen so tief in die Bretter hinein, dass sie nicht zu beheben sind. Die betroffenen Bretter müssen ausgetauscht werden. Wer Räume mit Laminat hat, sollte immer wenigstens eine Ersatzpackung der Dielen vorrätig haben. Denn ist der Austausch einzelner Bretter erst nach einigen Jahren notwendig, ist der originale Bodenbelag im Handel nicht mehr erhältlich, der Hersteller wird nicht mehr geführt oder man findet aus anderen Gründen keinen passenden Ersatz. Wer unterschiedliche Laminatdielen in mehreren Räumen verlegt hat, sollte von jeder Sorte eine Ersatzpackung vorrätig haben. Ersatzlaminat sollte in der Originalverpackung an einem kühlen, trockenen Ort gelagert werden, wo es vor Witterungseinflüssen, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen geschützt ist. Wenn das Ersatzlaminat verlegt werden soll, muss es einen Tag vorher in den entsprechenden Raum gebracht werden. So kann sich das Material akklimatisieren. Beim Austausch von Laminatdielen sollte zuerst der Abstand der beschädigten Stelle zur Wand gemessen werden. An der Wand, wo der Abstand am geringsten ist, wird die Sockelleiste entfernt, und von hier ausgehend können die Dielen gelöst und entfernt werden. Die beschädigte Diele wird durch eine neue ersetzt, der Bodenbelag wird anschließend wie vorher bis zur Wand verlegt.

Kleine Schäden selbst beheben

Oberflächliche Schlieren auf dem Bodenbelag entstehen normalerweise beim Putzen. Diese Schlieren lassen sich einfach wieder entfernen, es handelt sich um keine bleibenden Macken. Laminatböden sollten grundsätzlich mit warmem Putzwasser feucht gewischt werden. Wenn dem Wasser ein Schuss Essigreiniger beigegeben wird, entstehen keine Schlieren. Für größere Kratzer und Löcher wird ein Reparatur-Set benötigt. Diese Sets beinhalten Wachsstangen in der jeweiligen Holzfarbe, kleine Hobel und etwas Schleifpapier. Bei kleineren Kratzern und Löchern ist die Reparatur mit so einem Set möglich. Für die Reparatur wird ein Set in der passenden Holzfarbe ausgewählt. Das Wachs wird erwärmt, bis es flüssig ist, und auf die zuvor gereinigte schadhafte Stelle aufgetragen. Ist der Riss zu schmal, kann er mit dem Schleifpapier vorsichtig etwas verbreitert werden. Erst wenn das Wachs ausgehärtet ist, werden überstehende Stellen mit dem Hobel entfernt. Alternativ kann anstelle der Wachsstangen mit einer Holzpaste in der passenden Farbe gearbeitet werden.

Bildernachweis: © cyano66 – iStock.com

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